
Die derzeitige Niedrigwassersituation des Rheins hat unsere Vereinsarchivarin Irmgard Hassenbach angeregt, die Auswirkungen historischer Hoch- und Niedrigwasser am Schiersteiner Hafen und auf dem WVS-Gelände zusammenzustellen.
Niedrigwasser
Normalerweise werden Niedrigwasser im Oktober bis Dezember erreicht. Ausnahmen waren der Sommer 2013 und 2026.
Am 14.08.2026 erreichte der Mainzer Pegel mit 104 cm ein historisches Niedrigwasser.
Niedrigwasser Juli und August 2026 Pegel Mainz
12.07.2026 09:00 Uhr 151 cm
13.07.2026 10:00 Uhr 150 cm
14.07.2026 11:30 Uhr 139 cm
15.07.2026 09:15 Uhr 137 cm
16.07.2026 09:45 Uhr 137 cm
17.07.2026 10:45 Uhr 153 cm
18.07.2026 08:30 Uhr 174 cm
19.07.2026 19:15 Uhr 177 cm
20.07.2026 09:00 Uhr 186 cm
26.07.2026 09:30 Uhr 137 cm
27.07.2026 09:30 Uhr 131 cm
28.07.2026 09:45 Uhr 130 cm
29.07.2026 11:00 Uhr 125 cm
30.07.2026 15:30 Uhr 123 cm
31.07.2026 08:45 Uhr 132 cm
01.08.2026 10:45 Uhr 130 cm
02.08.2026 10:30 Uhr 127 cm
03.08.2026 09:00 Uhr 122 cm
04.08.2026 08:45 Uhr 122 cm
05.08.2026 11:30 Uhr 117 cm
06.08.2026 09:15 Uhr 123 cm
07.08.2026 08:30 Uhr 124 cm
08.08.2026 09:00 Uhr 127 cm
09.08.2026 10:00 Uhr 119 cm
10.08.2026 10:00 Uhr 115 cm
11.08.2026 09:30 Uhr 115 cm
12.08.2026 09:30 Uhr 111 cm
13.08.2026 10:15 Uhr 114 cm
14.08.2026 09:00 Uhr 104 cm historisches Niedrigwasser
15.08.2026 09:00 Uhr 105 cm
16.08.2026 09:00 Uhr 106 cm
17.08.2026 09:00 Uhr 107 cm
18.08.2026 09:00 Uhr 113 cm
In der aufgezeichneten Zeit fiel kaum Regen. Am 17. und 18.08. hat es etwas geregnet und es kam zu einem geringen Anstieg des Pegels.
Besondere Ereignisse während des Niedrigwassers Juni bis August 2026
Durch das Niedrigwasser begleitet von hohen Temperaturen kam es zu einer starken Vermehrung der Wasserpest im Hafen, die eine starke Beeinträchtigung des Trainingsbetriebes und des Bootsverkehrs auf dem Wasser bedeutete.


Die Große Wiesbadener Kanuregatta am 13. und 14.06. musste abgesagt werden, da unter diesen Bedingungen (Wasserpest) ein fairer Wettbewerb nicht möglich war.
Beim Hafenfest am 11. und 12.07. mussten die Aktivitäten auf dem Wasser (Bootskorso, Drachenbootregatta, SUP-Regatta) ausfallen.
Mit einem großen Arbeitseinsatz durch ein Mähboot und noch jeder Menge Handarbeit von Vereinsmitgliedern des Wiesbadener Yacht-Club (WYC) und des WVS wurden vom 20. bis 25.07. der extrem wuchernden Wasserpest der Kampf angesagt. Es konnten drei 18-Tonnen-Container und mit gefühlt 1000 Schubkarren der Wasserpestpflanzen gefüllt werden.
Ab Anfang August wurde der Fährbetrieb der „Tamara“ zur Rettbergsaue und das Schiersteiner Strandbad eingestellt. Somit ist das Strandbad im Moment nur zu Fuß über den Radweg an der Schiersteiner Brücke erreichbar.
An allen Steganlagen ist „parken“ angesagt, da die Boote z. T. einen zu großen Tiefgang haben um den Liegeplatz verlassen zu können.
Niedrigwasser-Ereignisse:
104 cm 14.08.2026 historisches Niedrigwasser
110 cm 02.11.1947
117 cm 08.12.1962

119 cm 22.10.2018 (Oktober und November)

124 cm Sommer 2013
Bisher war am 02.11.1947 der „Spitzenreiter“ mit 110 cm registriert.
Hochwasserereignisse
Rang 1 795 cm 28.11.1882 bisher höchstes Hochwasser
Rang 2 793 cm 05.01.1883
Rang 3 770 cm 29.03.1988
Rang 4 737 cm 27.02.1970
Rang 5 733 cm 16.01.1920
Rang 6 706 cm 13.04.1983
Rang 7 704 cm 29.05.1983
Rang 8 703 cm 29.01.1995
Rang 9 694 cm 18.01.1955
Rang 10 685 cm 08.02.1980
Rang 11 682 cm 05.06.2013
Rang 12 649 cm 16.01.2011
Im Jahre 1983 gab es im Frühjahr am 13.04. mit 706 cm und am 29.05. mit 704 cm Hochwasser.
Hochwasser 1988 Pegel 770 cm = Jahrhunderthochwasser
Zeitungsbericht Wiesbadener Kurier 30.03.1988:
“Am Damm bestand die Gefahr eines Durchbruchs, da der Damm stark aufgeweicht war. Es bestand die Gefahr dass das Wasserwerk der Stadtwerke Wiesbaden seinen Betrieb hätte einstellen müssen. Was einen Millionenschaden verursacht hätte. Die Wasserversorgung der Bevölkerung war aber gesichert.”

Erforderliche Aktivitäten im WVS
Hier waren Wachmannschaften der Mitglieder zur Sicherung des Gebäudes rund um die Uhr im Einsatz um den Keller auszupumpen und den Öltank zu sichern.
Die Eingangstür, eine Holz-Glastür, wurde mit einer von den Mitgliedern erstellten Schutzwand aus Bohlen, Folien und Sandsäcken abgesichert, um das Eindringen des Wassers in das Gebäudes zu verhindern. Die Eingangstür stand bis auf die Höhe von ca. 90 cm im Wasser. Die Wand hielt dem Druck gerade noch stand.
2 cm unter der kritischen Marke fiel das Wasser und die Flutung des Gebäudes konnte verhindert werden.
Hochwassermarke 1 ab 475 cm
Höchstgeschwindigkeit von 20km/Std darf in Ufernähe nicht überschritten werden.
Hochwassermarke 2 ab 630 cm
Schifffahrt wird eingestellt
Überflutung bei Hochwassermarken:
550 cm Beginn Überflutung Bismarksaue (früher Tankdienst Rein)
595 cm Rettbergsaue und Petersaue überflutet
600 cm Hafenstraße komplett überflutet
660 cm Überflutung der B42 vor dem Biebricher Schloss
Quelle: Wikipedia Pegel Mainz und Rhein-Pegel Mainz
Zusammengestellt und Bilder Irmgard Hassenbach