
Vom 22. bis 24. Mai 2026 war es wieder so weit: Unser mittlerweile fest etablierter Microtörn der Segelabteilung stand an. Seit seiner Premiere im Jahr 2024 hat sich das Format zu einem beliebten Termin im Vereinskalender entwickelt – und auch in diesem Jahr zeigte sich, warum.
Perfektes Frühsommerwetter – aber kaum Wind
Das Wetter spielte nahezu ideal mit: viel Sonne, eine erste frühsommerliche Hitzewelle, kein Niederschlag. Der Wind allerdings blieb über das gesamte Wochenende hinweg eher schwach und sorgte dafür, dass der Segelanteil zugunsten von Anker- und Motorzeiten verschoben wurde.



Gemeinsam unterwegs: Zehn Boote auf Tour
Mit insgesamt zehn Booten – neun Segelboote und ein Motorboot – ging es vom Schiersteiner Hafen zu Tal in Richtung Königsklinger Aue. Während einige Crews optimistisch die Segel setzten und jede Brise nutzten, entschieden sich andere pragmatisch für den Motor und fuhren an Walluf und Eltville vorbei in die große Gieß, von der die Königsklinger Aue abzweigt.
Damit bestätigte sich der Trend der letzten Jahre: Begonnen hatte alles 2024 mit gerade einmal drei Booten, inzwischen hat sich der Microtörn zu einer festen Größe entwickelt und wurde wie auch schon in den Vorjahren von der Crew der “Alcor” organisiert. Der Skipper der Pinta, die das erste Mal dabei war, bedauerte am Ende auch: “Schade, dass es erst meine erste Teilnahme am Microtörn war. Es war einfach herrlich. Hoffentlich klappt es beim nächsten Mal wieder!”
Die kleine Flotte sorgte dabei durchaus für Aufmerksamkeit. Die ungewöhnlich hohe Zahl an Segelbooten in einem Gebiet, das sonst überwiegend von Motorbooten angelaufen wird, fiel auf. Ruderer auf Trainingsfahrt zeigten sich erstaunt, und nicht wenige Motorbootfahrer fragten interessiert, ob hier eine Regatta im Gange sei.



Angekommen in der Königsklinger Aue wurde dort gemeinsam im Päckchen geankert, und schnell stellte sich das ein, worum es beim Microtörn eigentlich geht: gemeinsames Erleben und Entschleunigung.
Ankern, Ankommen, Abschalten
Auf ein erfrischendes Bad wollte aufgrund der hohen Temperaturen kaum einer verzichten. Danach ging es dann für die einen auf den mitgebrachten SUPs auf Erkundungstour, während andere den in der Aue lebenden Schwarzmilan bei der Versorgung seiner Brut beobachteten oder die Bordgitarre erklingen ließen.
Die Abende standen ganz im Zeichen von Geselligkeit. Jeder hatte nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gemeinschaft geplant. Die Bordgrills wurden angeworfen und Dips und Salate wanderten über die Seezäune.

Eigentlich war für den Folgetag eine Weiterfahrt in die Mariannenaue angedacht gewesen. Aufgrund von Windmangel fiel dann aber die Entscheidung, für eine weitere Nacht in der Königsklinger Aue zu bleiben. Der mitgebrachte Inselwein, der auf der Mariannenaue angebaut wird, konnte allerdings einen ersten Eindruck vom verpassten Tagesziel vermitteln.
Zwei Nächte, viel Zeit – und ein bisschen Verlängerung
Offiziell war der Törn bis zum 24. Mai angesetzt. Doch wie so oft, wenn es besonders schön ist, fiel der Abschied schwer: Einige Crews entschieden sich spontan, noch eine weitere Nacht in der Aue zu bleiben und das perfekte Wetter weiter zu genießen.
Fazit: Ein Format, das lebt
Der Microtörn zeigt eindrucksvoll, dass es nicht immer die große Reise sein muss. Direkt vor der Haustür, im Heimatrevier Rhein, lässt sich mit guter Gesellschaft, etwas Organisation und der richtigen Einstellung ein echtes Highlight erleben.
Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Microtörn – mit hoffentlich etwas mehr Wind, aber garantiert genauso viel guter Stimmung.
Bericht: Stefan Hausmann
Fotos: Von verschiedenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern